How-To Guide zu unseren Ambisonics-Atmos

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„Was sind diese 4 Spuren?“

Aufnahmen im A-Format

Am Set nehmen wir First Order Ambisonics (FOA) Töne im A-Format auf. Sie bestehen aus 4 Spuren.

Die 4 Mikrofonkapseln des Sennheiser Ambeo VR Mikrofons werden im Sound Devices 688 Mischer/Rekorder auf 4 Spuren aufgenommen.

„Was soll ich damit machen?“

Konvertieren ins B-Format

Diese Aufnahmen müssen ins B-Format umgewandelt werden, am besten in der DAW mittels Plugins.

Zum Konvertieren der Dateien vom A-Format in das B-Format bietet sich das Original Sennheiser Plugin an.

„Was habe ich davon?“

Mono, Stereo, 5.1 etc.

Aus dem B-Format können mit weiteren Plugins Formate wie Mono, Stereo, Surroundformate oder das binaurale (Kunstkopf-)Format generiert werden.

In der Mischung können so die Blickrichtung, Stereobreite, Mikrofoncharakteristik, Kanalanzahl etc. dynamisch angepasst werden.

 Das A-Format: Was wir aufnehmen

Wir benutzen am Set das Sennheiser Ambeo VR Mikrofon, das vier Kapseln besitzt. Das Mikrofon steht dabei senkrecht wie im Bild hier rechts, die Markierung „Front“ zeigt nach vorne. Die Signale der Kapseln werden diskret auf vier eigene Spuren aufgezeichnet. Diese Spuren heißen entsprechend der räumlichen Anordnung der Mikrofonkapseln

  • Ambi-A-1FLU (Front-Left-Up),
  • Ambi-A-2FRD (Front-Right-Down),
  • Ambi-A-3BLD (Back-Left-Down) und
  • Ambi-A-4BRU (Back-Right-Up).

So erfasst das Mikrofon alle Schallwellen von vorne, hinten, links, rechts, oben und unten. Diese unbearbeitete Rohfassung der einzelnen Signale der Kapseln stellt das sogenannte First Order Ambisonics A-Format dar, mit dem man so noch nichts wirklich anfangen kann.

Das B-Format: Kann mehr!

Dadurch, dass das Mikrofon alle Richtungen aufnimmt, ist es möglich, im Nachhinein zu bestimmen, was man mit den Signalen machen möchte. Bespiele reichen von interaktiv nutzbaren 3d-Umgebungen für Games über 360°-YouTube-Videos, 7.1- oder 5.1-Surround-Mischungen, Stereo-Signalen wie aus klassischen XY-Anordnungen, binauralen Signalen wie bei der Kunstkopf-Stereofonie für Kopfhörer oder gar simples Mono. Bei all diesen Varianten kann im Nachhinein bestimmt werden, in welche Richtung „geguckt“ werden soll, z.B. in welche Richtung das (virtuelle, also errechnete) XY-Mikro während der Aufnahme ausgerichtet war und ob es sich bewegt hat.

Um all das zu nutzen, müssen die Signale aber im B-Format vorliegen. (Es gibt zwei Varianten, um das B-Format zu speichern: AmbiX und FuMa. Sie unterscheiden sich in Reihenfolge und Pegel der Kanäle.) Die Umwandlung vom A-Format in das B-Format kann man sich in etwa so vorstellen wie die Matrix, mit der man aus Signalen einer XY-Mikrononanordnung MS- (also Mitte-Seite-)Stereosignale  macht, nur ein bisschen komplizierter. Während das A-Format also eine 1:1 Aufzeichnung der Signale der einzelnen Kapseln darstellt, enthält das B-Format Spuren namens WXYZ, wobei W eine Spur ist, die dem Signal eines Kugelmikrofons entspricht und X, Y und Z drei Spuren für die Richtungspaare links/rechts, oben/unten und hinten/vorne sind. Das B-Format kann dann entweder direkt verwendet werden (AmbiX z.B. für YouTube oder Facebook, FuMa für die Unity Game Engine), oder in beliebige andere Formate wie 5.1 oder Stereo umgerechnet werden.

Software zur Konvertierung

Entweder werden die A-Format-Audios vor der Verwendung in der DAW (sozusagen offline) mit einem Tool in das B-Format konvertiert (z.B. mit dem Tool von Zoom für deren H3-VR-Rekorder), oder man verwendet die A-Format Daten direkt in der DAW zusammen mit einem Plugin, das damit klarkommt (hier bietet es sich an, in der Kette der Plugins zuerst das original Sennheiser Plugin zu benutzen, um vom A-Format in das B-Format zu kommen). In der DAW werden die Ambisonics-Daten in eine 4-kanailige Spur oder mit dem richtigen Routing in vier Mono-Spuren gelegt. So können dann beispielsweise in einem eigenen Bus oder AUX-Kanal Plugins als Insert-Effekte benutzt werden, um  das gewünschte Zielformat zu erzeugen.

Stereo erzeugen

Voraussetzungen

Binaural (Kunstkopf-Stereo)

Arbeitsschritte

Voraussetzungen

1: Poly WAV in 4 Monos umwandeln

Sound Devices Wave Agent öffnen und die Poly-WAV Datei aus dem Sound Devices 688 Rekorder hineinziehen. Es werden die einzelnen Tracks angezeigt, die in der Datei enthalten sind. Wir benötigen nur die vier die mit „Ambi-A-1“ bis „-4“ beschrifteten Tracks. Daher speichern wir die Poly-Datei in einzelnen Mono-Dateien ab, damit wir die vier benötigten Dateien in Logic einzeln weiterverarbeiten können. Die Schaltfläche „Split/Combine“ klicken. Im nächsten Fenster „SplitPoly“ anklicken und dann auf „Process“. Da dies alle in der Poly-WAV enthaltenen Tracks absichert, muss man sich merken, welche vier diejenigen mit den Ambisonics-Tönen sind!

2: Logic Projekt erzeugen

In Logic erstellen wir ein neues Projekt. Im ersten Fenster auf die richtige Samplerate achten und als Surround-Format „Quadrophonic“ wählen. Im nächsten Fenster können schonmal vier neue mono Audiospuren erzeugt werden. Danach mit command-Komma die Einstellungen von Logic öffnen und zu „Audio – I/O-Zuweisungen“ durchklicken. Hier die richtige Kanalreihenfolge für quadrophonische Spuren einstellen: Li: 1, Re: 2, Li-hinten: 3, Re-hinten: 4.

3: Aux-Bus, Routing und das Plugin

Mit command-2 Das Mixer-Fenster öffnen. Mit dem Mixerfenster-Optionenmenü einen neuen Aux-Channel erzeugen. Dann die Einstellungen für alle Kanäle wie auf dem Screenshot hier einstellen. Im Aux-Channel zuerst das „dearVR Ambi Micro“ Plugin und danach das Logic-eigene Gain-Plugin (im Plugin-Menü unter „Utility – Gain“ zu finden) einsetzen. Reihenfolge beachten ;-) Einstellungen laut den Screenshots vornehmen. In den vier Monokanälen per Doppelklick auf das Surround-Pan Symbol den Panner korrekt laut Screenshot einstellen.

4: Als binaurale Stereo-Datei abspeichern

Mit control-f das Fenster „Audiodatei hinzufügen“ öffnen und die vier Spuren auswählen, die wir zuvor in Schritt 1 mit dem Wave Agent erstellt hatten. Dabei nur die vier Spuren wählen, die die Ambisonics-Tracks enthalten. Diese vier Mono WAV-Dateien auf die vier Monospuren im Logic-Projekt bewegen (auf Reihenfolge und exakt gleichen Anfang achten!). Anhören. Zum Exportieren im binauralen (Kunstkopf-) Stereoformat im Mixer Fenster im Stereo Out Channelstrip auf „Bnc“ klicken.

Weiterführende Ressourcen

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